03 octobre 2006
Wirbel um Bulgarien-Reise Schüssels auf BAWAG-Kosten
Un voyage du chancelier Autrichien en Bulgarie provoque une controverse en pleine campagne électorale en Autriche !
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Die Bulgarien-Reise von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) auf Einladung der BAWAG sorgt weiter für hitzige Diskussionen: Die SPÖ kündigte an, den ständigen Unterausschuss des Rechnungshofausschusses mit der Causa zu befassen, die FPÖ meint, die "schwarze BAWAG-Liste" werde "immer länger und prominenter".
ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer sieht nichts Kritikwürdiges: Österreich sei in Bulgarien "Investor Nummer eins" und Schüssel werde auf seinen Auslandsreisen immer von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Molterer: "Er muss österreichische Interessen vertreten, das ist doch toll."
Auch der Präsident der Wirtschaftskammer (WKÖ), Christoph Leitl (ÖVP), und ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka verteidigten Schüssel. Bei der Reise habe es sich um eine Kulturmission gehandelt, die Brücken zwischen Österreich und Bulgarien gebaut habe, so Leitl.
Elsner, Schlaff und Taus als Gastgeber
Das "profil" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass sich Schüssel im März 2003 von der BAWAG zu einer Reise in die bulgarische Hauptstadt Sofia einladen hatte lassen. Gastgeber seien der damalige BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner, dessen langjähriger Geschäftspartner Martin Schlaff und der ehemalige ÖVP-Parteiobmann Josef Taus gewesen.
Klavier-Übergabe oder MobilTel-Feier?
Laut Bundeskanzleramt hat es sich bei dem Event um ein Konzert mit österreichischen Musikern unter dem Ehrenschutz Schüssels und des damaligen bulgarischen Premiers Simeon Sakskoburggotski gehandelt. Dabei seien von Seiten Österreichs mehrere Bösendorfer-Klaviere - die BAWAG hatte die Klaviermanufaktur im Jahr 2001 gekauft - an bulgarische Musikschulen überreicht worden.
SPÖ-Klubobmann Josef Cap will das nicht glauben: Man habe wohl den Gewinn gefeiert, der durch den Verkauf einer Beteiligung am bulgarischen Mobilfunkanbieter MobilTel an die Telekom-Austria-Tochter mobilkom lukriert worden sei, den unter anderem Taus über die Bühne gebracht hatte. 400 Mio. Euro Gewinn seien durch dieses "Zwischengeschäft" zu Stande gekommen, was Cap ebenfalls stört, das sei nämlich auf Kosten der Aktionäre und Telefongebührenzahler geschehen.
FPÖ sieht "schwarze Verwicklungen"
Und für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl reiht sich das auch auf Bildern dokumentierte Treffen von Schüssel und Elsner nach Finanzminister Karl-Heinz Grassers Yachturlaub mit Wolfgang Flöttl und dem Besuch von Taus bei Elsner in die "Verwicklungen der ÖVP in den BAWAG-Skandal".
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